• Lene

Was meine Fotoshootings anders macht, wie ich dazu kam & wie sie ablaufen - Interview

Vom Vitamin FEM Podcast wurde ich zum Interview eingeladen und zu meiner Fotografie befragt. Wir sprechen darüber, ...

  • wie ich dazu gekommen bin, intime Fotoshootings anzubieten

  • was sich hinter einer intimen Heldenreise verbirgt

  • was das Angebot Selbstliebe-Fotoshootings für Frauen beinhaltet

  • was ein intimes Paar-Shooting ausmacht

  • wie die Shootings inklusive Vor- und Nachbereitung ablaufen

  • was die intimen Fotoshootings emotional machen können und warum sie einen therapeutischen Effekt haben können

  • ob Masturbation ein Bestandteil meiner Shootings ist


Hier kannst du dir das Interview anhören. Einfach auf Play drücken. Ich wünsche dir gute Unterhaltung.



Du liest lieber oder kannst gerade nicht hören? Hier gibt's das Transkript vom Interview für dich. Damit es leichter lesbar ist, habe ich es sprachlich etwas optimiert und überflüssige Wörter und Ähms weggelassen.



Herzlich willkommen zum Vitamin FEM Podcast. Wir sind Marret und Julia und in diesem Podcast von Frauen für Frauen und alle, die sich für Frauen interessieren, sprechen wir über Liebe, Sex und Weiblichkeit.


Marret: Ich habe heute eine ganz besonders spannende Interviewpartnerin und zwar ist das Lene Wichmann. Lene, wer könnte sich besser vorstellen als du selbst. Sei so lieb und sag unseren Hörern und Hörerinnen gerne wer du bist, warum du heute hier im Interview bei Vitamin FEM bist und was du so machst.


Lene: Hallo, liebe Marret. Danke für die nette Einleitung. Ich bin Lene, ich bin Fotografin, lebe in der Schweiz, in Bern. Ich habe mich auf intime Fotografie Fotografie für Paare und Frauen spezialisiert. Und warum ich heute hier bin... weil du so nett warst, mich einzuladen. Worüber ich mich sehr freue.


Marret: Ja ich freue mich auch super doll. Lene, du hast ein ganz besonders spannendes Thema. Für mich persönlich ist das ganz besonders spannend aber ich wette, wenn wir gleich anfangen darüber zu reden, was du genau machst, wird es ganz vielen anderen Menschen auch so gehen. Und zwar machst du Fotos von Paaren - intime Fotos - und nicht nur von Paaren, sondern auch sogenannte Selbstliebe-Fotos von Frauen ... Kann ich das so sagen, bei der Masturbation? Wäre das richtig betitelt oder würdest du es anders sagen?


Lene: Ich würde es ein bisschen anders sagen.


Marret: Dann sag es bitte anders. (Gelächter)


Lene: Darum geht es nicht vorrangig. Das kann Teil sein. War es bisher noch nicht. Dürfte es aber sein. Meine Fotoshootings sollen ein Raum zur Entfaltung, zum Entdecken - sich selbst entdecken sein, von daher gibt es nichts, was verboten ist, was nicht sein darf aber müssen muss gar nichts.


Es geht vorrangig um das mit sich selbst sein, fühlen, spüren, schauen, was passiert da mit mir, wie fühlt sich das an, wenn ich einfach in diesem Setting bin von... ok, jetzt werden hier Fotos von mir gemacht, da ist jemand dabei, der sieht mich, und da rein zu spüren, was macht das mit mir... mit dem zu gehen.


Alle Gefühle die dabei auftauchen sind in Ordnung, die dürfen sein. Das darf Freude sein, das kann auch Verzweiflung sein oder Trauer oder Überforderung. Falls das auftaucht - das muss natürlich nicht, das ist bei jeder Frau verschieden aber all das darf sein und hat da seinen Raum. Alles wonach die Frau sich fühlt, ist eingeladen in diesen Shooting-Raum.


Marret: Du hast dem Ganzen ja einen total spannenden Namen gegeben. Du nennst das Intime Heldenreisen. Ich glaube das ist der Grund, warum wir heute das Interview machen - Weil ich das einen tollen Namen finde und weil ich auch finde, dass man darunter ganz unterschiedliche Sachen verstehen kann. Jetzt werden sich Menschen fragen, wie kommt man auf so ein spezielles Angebot als Fotografin. Vielleicht magst du einfach kurz erzählen, wie es dazu kam?


Lene: Ja, das kann ich gerne machen. Die Intimen Heldenreise, noch zum Verständnis... Das ist der Name für die Paarshootings. Dieser Name ist tatsächlich aus einem meiner ersten Shootings mit einem Paar entstanden. Weil ich mich danach sehr ausführlich mit ihren ausgetauscht habe, sie mir viel erzählt haben, wie es ihnen geht und was das mit ihnen alles gemacht hat und was da aufgetaucht ist während der Session.


Und am Ende fiel der Begriff "das ist ja wie eine Heldenreise", eben weil man verschiedene Stationen durchlebt und eine Entwicklung durchmacht, die auch schon lange vor dem Shooting anfängt. Daraus entstand der Name und ich fand das sehr inspirierend und habe die Shootings dann deswegen danach benannt.


Und wie ich dazu gekommen bin... das war die eigentliche Frage.... Da haben verschiedene Dinge dazu geführt, wie sich das entwickelt hat. Es war tatsächlich eine Entwicklung. Ich bin nicht nachts auf einmal aufgewacht und dachte "Coole Idee, das mache ich jetzt." Das war wirklich eine Entwicklung, die auch mit meiner eigenen Entwicklung einher ging und meiner eigenen Entfaltung in bestimmten Lebensbereichen.


Ein Punkt war auf jeden Fall (das ist jetzt auch schon einige Jahre her) mein eigener Wunsch nach Fotos. Wo ich so einen Moment hatte und mir auf einmal ein Bild kam, von einem Bild und ich dachte, ja das wäre toll jetzt ein Foto zu haben... also diesen Moment festzuhalten. Da ging es gar nicht darum, dass es ein erotisches Foto sein sollte, sondern mehr um das Gefühl des Moments einzufangen, festzuhalten.


Dazu kam dann, dass ich einige Jahre in der Hochzeitsfotografie unterwegs war und da auch schon Erfahrung mit der Paarfotografie gesammelt habe und mir viele Paare begegnet sind und ich erlebt habe wie die so miteinander sind und wie sie ihre Partnerschaft leben und wie sie ihre Intimität auch vor mir leben wenn sie bei mir im Fotoshooting sind. Da rede ich auch erstmal nur vom Paarshooting im Park oder im Wald, irgendwo draussen oder auch Zuhause.


Da habe ich gemerkt, dass es vielen Paaren gar nicht so leicht fällt sich überhaut intim zu zeigen. Und da meine ich noch gar nicht Nacktheit. Sondern einfach die Verbindung miteinander zu zeigen, vor jemand anderem. Und dann werden auch noch Fotos gemacht. Das ist dann noch eine zusätzliche Herausforderung.


Das hat mich nachdenklich gemacht. Das war das Eine und ich dachte, wie kann man ihnen das erleichtern? Dadurch habe ich auch gemerkt, dass die Intimität das Spannende für mich an der Paarfotografie ist. Ich habe auch gerne Hochzeiten fotografiert aber ich habe gemerkt, dass diese Verbindung, dieser zwei Menschen das ist, was mich noch mehr fasziniert.

Das war ein weiterer Baustein.


Parallel zu all dem kam ich durch Freunde zur Philosophie des Tantra. Da bin ich in die Tantrawelt eingetaucht und hab da ganz viel für mich drin entdeckt. Tantra bezieht sich ja nicht nur auf die sexuelle Verbindung. Das geht ja schon viel früher los. Da geht es ja um das in Verbindung treten mit anderen Menschen und sich selbst vor allem auch. Und da habe ich ganz viel für mich drin gefunden und fühlte mich da sehr wohl mit diesem Bewusstsein und mit dieser Präsenz, mit der man anderen Menschen begegnen kann und was da alles so möglich ist.


Das hat mich fasziniert und inspiriert. Und dadurch kam die Idee auf... könnte ich das irgendwie verbinden - die Tantraphilosphie und die Idee von "wie kann man in Verbindung treten mit jemandem ohne Sex zu haben". Das hat mich fasziniert und mir kam der Gedanke... kann ich das mit der Paarfotografie irgendwie verbinden.


Da war ich an dem Punkt das ich dachte... Irgendwie muss das doch gehen. Ich will das jetzt ausprobieren. Ich brauche Paare, die da mitmachen und die sich zur Verfügung stellen für Experimente tatsächlich erstmal. Und da wusste ich selber noch gar nicht wohin das dann führt. So habe ich angefangen erste Shootings zu machen mit Paaren und dadurch habe ich dann auch erst mehr und mehr entdeckt, wohin das noch führen kann.


Im Gespräch mit den Paare habe ich herausgefunden, was wünschen sie sich, warum wollen sie mitmachen, warum stellen sie sich dafür zur Verfügung, warum haben sie da Lust drauf, warum finden sie das spannend. Rund um die Shootings, die ich durchgeführt habe, habe ich mich auch ganz viel mit den Paaren ausgetauscht über das, was da in ihnen vorgeht und was da passiert mit ihnen während dem Shooting aber auch schon vorher und hinterher auch. Was da alles so für Themen und Gefühle und Gedanken auftauchen, drum herum.


Marret: Darf ich da ganz kurz einhaken? Weil du jetzt schon so viele spannende Sachen gesagt hast und ich hab tatsächlich eine ganz konkrete Frage. Denn ich denke, dass bei Vielen so eine Frage aufkommen wird ... Das finde ich total spannend, das finde ich total interessant, das ist total besonders und irgendwie machts vielleicht auch Klick und man denkt, das würde ich auch gerne ausprobieren - weil tatsächlich ist ja Intimtität, da gebe ich dir recht,

ist ja ganz viel, das ist ja nicht nur Sexualität, sondern Intimität hat ja zwischen zwei Menschen nicht zwingend etwas mit Sexualität zu tun.


Und trotzdem glaube ich, dass sich viele bestimmt fragen, warum sollte ich das machen? Oder wer macht so ein Shooting? Und da würde mich aus deiner Erfahrung interessieren, was sind das für Paare, die zu dir kommen? Und aus welchen Gründen machen sie das Shooting? Was spricht sie an diesem Angebot an, das sie sagen, das möchte ich gerne ausprobieren? Oder welche Erfahrung möchten sie machen?


Lene: Das sind Paare, die sehr bewusst ihre Partnerschaft leben, denen sehr wichtig ist, gemeinsam zu wachsen. Etwas Neues entstehen zu lassen durch sie beide. Die Freude am Ausprobieren und Neues entdecken haben, sich selbst erforschen, ihre Partnerschaft erforschen, auch Verletzlichkeit erforschen.


Also auch Themen die mal unangenehm sind gemeinsam anzuschauen und das sehr bewusst. Sicherlich ist das nicht immer leicht. Das braucht sehr viel Bewusstsein und Offenheit und Vertrauen. Das sind Paare die sehr offen und neugierig unterwegs sind.


Marret: Würdest du so weit gehen und sagen diese Art von Fotoshootings haben tatsächlich schon sowas wie eine therapeutische Komponente? Ich weiss es ist ja keine Fototherapie und das dürftest du ja auch nicht so nennen, das ist mir bewusst aber glaubst du von dem was da passiert, das es therapeutische Elemente hat?


Lene: Das würde ich sagen. Also ich würde es nie so nennen, genau aus den genannten Gründen. Und ich bin darin ja auch nicht ausgebildet. Aber ja es hat tatsächlich eine Art therapeutischen Effekt. Das auf jeden Fall. Und das sagen auch Paare immer wieder. Das ist auch ein Feedback, das ich immer wieder höre, weil eben doch wirklich viel passiert, ohne das man da so sehr auf der Verstandesebene unterwegs ist und auch nicht alles analysiert.


Also man kann das, muss man aber nicht. Ich bin auch dafür da, um den Raum zu halten, für diese Dinge, die da auftauchen und für alles was da gesehen und entdeckt werden möchte. Das kann ich Freude sein, das kann auch mal unangenehm sein. Und genau darin sehe ich auch den Wert dieser Fotoshootings.


Es ist eine Chance, sich weiterzuentwickeln und sich mit Dingen auseinanderzusetzen, mit denen man sich sonst vielleicht weniger auseinandersetzt oder zumindest auf eine andere Art zu tun. Genau darum geht's. Auch wenn vielleicht ein Paar im ersten Moment, nicht ganz happy aus dem Shooting geht, das habe ich auch schon erlebt, dann heisst das nicht, dass das Shooting nicht erfolgreich war oder nicht gut gelaufen ist. All die Dinge, die da sichtbar werden, gehören dazu und sind eingeladen und dürfen sein.


Ich hatte auch schon Paare, die im ersten Moment, nicht ganz so happy aus dem Shooting gegangen sind, weil so viel Themen bei ihnen auftaucht sind bei ihnen, von "Oh Gott was machen wir hier." und "Dürfen wir das?" "Da schaut einer zu." "Bin ich schön?" "Wie sieht das überhaupt aus?" oder "Wie sehe ich aus beim Sex? Das kann ja nicht schön sein.", "Darf ich mich so zeigen?", "Darf das jemand sehen?" Diese ganze Litternei an Schamgefühlen und Ängsten und Zweifeln. Das fühlt sich natürlich nicht so angenehm an. Total nachvollziehbar.

Das kann natürlich den Eindruck geben von "Ist ja blöd gelaufen.", "War ja nicht erfolgreich.", "Jetzt haben wir hier versagt." Das taucht dann auch auf.


Ich habe genau dieses Szenario mit einem Paar erlaubt. Und wir haben uns dann nach dem Shooting sehr viel unterhalten, uns sehr viel ausgetauscht über das, was bei ihnen so vorgeht, wie sie sich so fühlen und es sind auch noch ein paar Fragen aufgetaucht. Wir haben uns wirklich Zeit genommen, das alles zu besprechen. Ich habe dabei viel mehr zugehört, als das ich bestimmte therapeutische Arbeit gemacht hätte. Ich war da, habe Fragen beantwortet, die noch aufgetaucht sind aber sonst habe ich gar nicht so viel gemacht, aktiv. Und doch hatte es die entscheidende Wirkung.


Wir haben uns dann gemeinsam dazu entschieden noch ein Shooting zu machen und sind dann mit den neuen Erkenntnissen und allen Themen, die dann einmal ausgesprochen waren, also nicht mehr wie so ein rosa Elefant im Raum waren, sondern einfach da waren und jeder wusste Bescheid und war sich auch bewusst darüber, wie geht's dem anderen in der Situation - das kommt ja auch noch dazu, dass man dann gerne anfängt sich über den anderen Gedanken zu machen und auch die Paare anfangen, sich über mich Gedanken zu machen, wie das jetzt für mich wohl ist und da ganz viel passiert.


Dann haben wir uns entschieden gemeinsam noch eine Session zu machen und aus der sind sie dann wie Helden rausgegangen. Und das haben sie dann selber auch so formuliert. Da ist einfach ganz viel an Transformation passiert und das war ganz schön anzusehen und da auch dabei sein zu dürfen und mit auf diesem Weg zu sein. Das haben wir gemeinsam entwickelt.


Marret: Lene ich glaube das ist ja auch genau das Spannende an dem Angebot, was du hast fotografische gesehen, das da so Transformationsprozesse passieren bei Menschen - nicht nur bei den Paaren auch bei den Einzelshootings, die du mit Frauen machst, passieren. Ich höre schon alle, die sich das Interview jetzt anhören, klingt alles toll, möchte ich auch haben, aber wie kann ich mir vorstellen, das es abläuft.


Selbst ich, die ich jetzt hier sitze und ja auch schon ein Vorgespräch mit dir hatte und mich auch gedanklich damit beschäftigt habe, weil ich es auch für mich selber super spannend fände, kann mir noch nicht wirklich vorstellen, wie sowas abläuft. Kannst du uns da einmal ganz kurzin den Ablauf reinholen, also wirklich von Kontaktaufnahme bis zum fertigen Foto und vielleicht sogar noch darüber hinaus.


Lene: Ja, kann ich versuche. Es ist natürlich auch etwas individuell, von Paar und Paar oder Frau zu Frau aber grundsätzlich läuft es meistens so ab, dass mich Paare oder Frauen anschreiben und mal anfragen oder sagen sie sind interessiert und sie wollen mal mit mir sprechen und herausfinden, wie das eben so abläuft... Ich habe dazu zum Ablauf selber und auch drum rum ums Shooting auch viele Informationen auf meiner Webseite...


Meistens kommen die Menschen eben über die Webseite, sodass sie schon einiges gelesen haben oft oder zumidnest schon einen groben Eindruck haben, worum es geht und dann schreiben sie mir und dann verabreden wir uns zu einem Video-Call und schauen gemeinsam, wo könnte die Reise hingehen, warum will das Paar das machen, das ist für mich auch immer ganz interessant und auch wichtig zu wissen. Dann beantworte ich gerne alle ihre Fragen, die dann meistens doch noch da sind. Meistens erzählen sie mir auch realtiv viel über sich als Paar und warum diese Erfahrung spannend für sie wäre. Wir lernen uns einfach locker kennen.


Ich finde das auch total spannend einerseits und andererseits ist es ja auch etwas, das sehr viel Vertrauen erfordert und wo wir vorher unbedingt herausfinden müssen, passen wir zusammen, fühlt sich das Paar mit mir wohl, fühle ich mich mit dem Paar wohl, auch das ist wichtig. Und wenn wir dann das Gefühl haben, "Cool, passt", wir haben da alle Lust drauf, auf die Reise miteinander zu gehen, dann verabreden wir uns zum Shooting. Manchmal gibt es nach dem Gespräch dann noch eine Überlegungsphase, manchmal tauchen dann noch ein paar Fragen auf... Das machen wir dann via Mail oder wir können auch nochmal miteinander sprechen. Das ist auch total ok.


Und dann verabreden wir uns zum Shooting. Dann gibt es auch dort vor Ort nochmal Redezeit, wenn Bedarf ist. Da kann auch nochmal thematisiert werden, was gerade noch so da ist, was aufregend ist und was noch schnell raus muss. Oder auch noch Fragen, die aufgetaucht sind. Dafür ist Raum und Zeit und das soll auch sein. Das gehört auch dazu.


Es geht nicht allein um dieses Fotoshooting. Da gehört vorher und nachher noch ganz viel anderes dazu. Wenn wir dann das Gefühl haben, wir sind parat, wir wollen starten, dann sprechen wir vorher auch noch, was sie anziehen wollen. Meistens bringen die Paare ein paar verschiedenen Sachen mit und dann besprechen wir gemeinsam, was eignet sich, worin fühlen sie sich wohl, was brauchen sie jetzt gerade noch - die Lieblingsstrickjacke oder die dicken Socken - für das Wohlfühlgefühl. Das ist auch wichtig und finde ich auch gut. Das soll absolut auch so sein.


Dann gehen wir in ein gemeinsames Ritual. Da mache ich gerne ein Schüttelritual am Anfang, das wir alle zusammen machen. Wo ich auch mitmache und wo wir zu Musik, wo ich ein bisschen anleite... das wir einmal alles abschütteln was wir gerade nicht mehr brauchen und wir uns alle einstimmen. Weil wir sind ja doch auch gemeinsam auf dieser Reise. Ich bin ja immer mit im Raum. Und auch wenn das natürlich eine Paar-Erfahrung ist, zu der ich nicht dazugehöre, bin ich mit dabei, ich bin mit im Feld, meine Energie ist mit im Raum... starten wir gemeinsam mit diesem Schüttelritual. Das macht auch locker und warm.


Danach gibt es eine Meditation, die vom Band kommt, mit der dann alles startet. Da kann sich das Paar dann einen Ort im Raum suchen, wo es sich wohl fühlt. Sie können sich hinsetzen oder hinlegen, wie es sich gut anfühlt. Dann läuft die Mediation vom Band und die bringt jeden für sich erstmal in Verbindung mit sich selbst und dann das Paar miteinander und führt dann hin zu mehr Nähe und Berührungen und Austausch miteinander und hat ein offenes Ende. Sie dauert ungefähr 20 Minuten. Im Idealfall führt sie das Paar an einen Punkt, ab dem dann alles von alleine läuft.


Marret: So habe ich es mir auch gerade vorgestellt.

Lene: Das hat bisher auch immer funktioniert. Wie es dann weitergeht, ist dem Paar überlassen. Da gibt es keine Regeln, keine Verbote, kein wie es ablaufen muss. Ich mische mich auch nicht ein. Ich gebe keine Anweisungen. Das ist dann der Forschungsraum des Paares und aus dem dürfen sie machen, was sie möchten. Das kann eine Mass